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Rassismus bleibt hartnäckig am Arbeitsplatz

19/03/2026
  • Pressemitteilung
  • Rassistische Merkmale

Im Vorfeld des 21. März, dem Internationalen Tag gegen Rassismus, legt Unia neue Zahlen und Empfehlungen vor. Dieses Jahr richten wir den Fokus bewusst auf das strukturelle Problem von Rassismus am Arbeitsplatz. Es betrifft Menschen sowohl bei der Einstellung als auch im Arbeitsalltag und führt in manchen Fällen sogar zu Entlassungen oder langfristigen Ausfällen.

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Zahlen

Im Jahr 2025 erhielt Unia 2502 Meldungen zu Vorgänge im Zusammenhang mit rassistischen Merkmalen (sogenannte "Rasse", Hautfarbe, Nationalität, Abstammung und nationale oder ethnische Herkunft). Diese Zahlen sind seit 2022 stetig gestiegen (seit 2024 hat Unia für alle Merkmale einen Anstieg der Zahlen zu verzeichnen).

Unia eröffnete im Jahr 2025 757 Dossiers zu rassistischen Merkmalen. Das sind mehr als 2 Dossiers pro Tag. Rassistische Merkmale werden also (wie jedes Jahr) am häufigsten angeführt, nämlich bei 31 % aller Dossiers in diesem Jahr.

Ab 2023 sind diese Vorgänge am häufigsten im Beschäftigungsbereich zu finden (26 % der Akten im Jahr 2025), wo wir feststellen, dass es Berichte zu jeder Stufe der beruflichen Laufbahn gibt. Sie reichen beispielsweise von der Diskriminierung bei der Einstellung aufgrund der Hautfarbe (wie im vieldiskutierten Fall der kumulativen Diskriminierung eines von Unia unterstützten Opfers: Zeugenaussagen) über die Belästigung durch Kollegen aufgrund der Herkunft bis hin zur Entlassung wegen einer von Kunden als "unprofessionell" bezeichneten Afrofrisur.

Nach dem Bereich Arbeit folgt der Bereich Gesellschaft (22%). Darunter verstehen wir Sachverhalte, die sich im öffentlichen Raum abspielen, z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln, zwischen Nachbarn, mit Verwandten, ... Die rassistische Gewalt von Hooligans in Molenbeek, zu der Unia ein Initiativdossier eröffnet hat, fällt in diesen Bereich. Es folgt der Bereich Güter und Dienstleistungen (18%), worunter wir Fakten wie die Verweigerung einer Wohnung verstehen.

In den Bereichen Gesellschaft und Medien ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Im letztgenannten Bereich ist dies vor allem auf rassistischer Hate-Speech im Internet zurückzuführen.

Verschiedene Formen von Rassismus

  • Nach dem antisemitischen Anschlag auf die Synagoge von Lüttich am 9. März hatte Unia bereits Zahlen zum Antisemitismus bekannt gegeben. Diese Zahlen sind seit zwei Jahren besonders hoch, mit 70 Fällen im Jahr 2025.
  • Der Rassismus gegen Schwarze betraf im Jahr 2025 131 Fälle. Der Bereich, in dem dies am häufigsten vorkommt, ist die Arbeitswelt, wie im Fall des gewalttätigen rassistischen Angriffs auf eine Hausangestellte. Es folgen die Bereiche Gesellschaft, Güter und Dienstleistungen sowie Medien.
  • Im Jahr 2025 gab es 104 Fälle von antimuslimischem Rassismus. Diese Fälle fallen entweder unter das Merkmal der Religion (Islam) oder unter das Merkmal der Rasse (oder beides). Diese 104 Vorgänge betreffen nur Fälle, in denen antimuslimischer Hass eindeutig festgestellt werden konnte. Sie sind zu unterscheiden von Fällen, in denen nur der "Glaube" eine Rolle spielt, wie z. B. das Verbot religiöser Symbole in einigen Arbeitsvorschriften (91 % der Fälle mit dem Attribut "Glaube" betreffen den Islam).
  • Neben diesen Akten wurden 101 Akten über Rassismus gegenüber Personen nordafrikanischer oder arabischer Herkunft angelegt, ohne dass deren Religion ausdrücklich erwähnt wurde. Auch hier war der Bereich Arbeit am stärksten vertreten, gefolgt von Medien, Gesellschaft, Bildung sowie Güter und Dienstleistungen.
  • Unia wird am 8. April einen Bericht über Roma und Traveller veröffentlichen.

Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt

Das Jahr 2025 steht im Zeichen großer Reformen (oder Vorhaben davon) in den Bereichen Arbeit, Arbeitslosigkeit und Renten. Unia weist darauf hin, dass diese Reformen mit einer besonderen Aufmerksamkeit für Menschen einhergehen sollten, die Opfer von Diskriminierung im Allgemeinen und von Rassismus im Besonderen sind und für die es schwieriger ist, einen Arbeitsplatz zu finden oder zu behalten.

  • Personen ausländischer Herkunft sind in der Langzeitarbeitslosigkeit überrepräsentiert und müssen im Durchschnitt länger nach Arbeit suchen. Die Begrenzung des Bezugs von Arbeitslosenunterstützung auf zwei Jahre trifft diese Gruppe daher noch härter, während diese Gruppe bereits mit strukturellen Schwierigkeiten beim Eintritt in den Arbeitsmarkt konfrontiert ist.
  • Zahlreiche Studien und die Zahlen von Unia zeigen, dass strukturelle Diskriminierungen aufgrund des Namens, der Herkunft, der Hautfarbe oder der religiösen Überzeugung fortbestehen. Eine Antwerpener Studie (NL) zeigt auch, dass Menschen ausländischer Herkunft 10 % seltener eine positive Antwort erhalten und 19 % seltener zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Eine weitere Brüsseler Studie (FR) zeigt, dass Bewerber marokkanischer Herkunft bei der Stellensuche 10 Prozentpunkte weniger Chancen auf eine positive Antwort haben. Unia hat bereits in ihrer Pressemitteilung vom 17. Juni davor gewarnt.
  • Belgien hat eine niedrigere Anerkennungsquote für ausländische Diplome. Viele Betroffene sind gezwungen, Tätigkeiten auszuüben, für die sie eigentlich überqualifiziert sind, und dass ihre Arbeit nicht dem tatsächlichen Wert ihrer Qualifikationen entsprechend entlohnt wird.

Diese Faktoren führen zu einer Konzentration von Menschen, die Opfer von Rassismus werden können, in anfälligeren Sektoren wie der Zeitarbeitsbranche, der Logistik oder der Reinigung. Diese Sektoren reagieren empfindlicher auf Wirtschaftskrisen, und die Verträge dort sind oft befristet, was sich auf die Höhe der Arbeitslosenunterstützung auswirkt.

Für Unia ist es höchste Zeit, den Kampf gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz zu verstärken. Dies sollte einerseits durch eine Verstärkung der Kontrolldienste und Testings geschehen. Andererseits sollten ehrgeizige Präventivmaßnahmen gegen Diskriminierung und Belästigung am Arbeitsplatz ergriffen werden.

Unia unterstützt auch positive Maßnahmen, die strukturelle Ungleichheiten bei der Einstellung im privaten und öffentlichen Sektor beseitigen könnten.

Leider muss Unia jedes Jahr über eine Situation berichten, die sich in Bezug auf Rassismus einfach nicht verbessert. Besonders stark betroffen ist der Arbeitsplatz. Eine verletzliche berufliche Situation zu erleben, ist oft der Anfang weiterer Hürden im Alltag. Der Arbeitsmarkt kann eigentlich nur reformiert werden, wenn auch der Rassismus berücksichtigt wird, dem unsere Mitbürger*innen noch viel zu oft ausgesetzt sind – bei der Einstellung, am Arbeitsplatz selbst - und leider sogar bis zu ihrem Weggang oder bei einer ungerechtfertigten Entlassung.
Patrick Charlier, Direktor von Unia
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