Die richtige Reaktion auf Hassbotschaften

Gehässige, rassistische oder sexistische Posts im Internet sind bestimmt auch Ihnen schon aufgefallen. Viele versuchen, solche Äußerungen einfach zu ignorieren. Besser ist es, eine Reaktion zu zeigen. Solange man gemeinsam gegen Hassreden („Hate Speech‟) vorgeht, kann der Hass nicht zur Norm werden. Doch was genau können Sie tun? 

Bei Facebook oder Twitter melden

Jeder, der ein Profil anlegt, erklärt sich formell mit den „Terms of Service‟ von Facebook oder Twitter einverstanden. Diese Anbieter verpflichten sich, Posts zu löschen, in denen Personen aufgrund von Rasse, Religion oder ethnischer Abstammung angegriffen werden. Die Löschung erfolgt jedoch nicht automatisch.

Facebook und Twitter löschen Posts nur, wenn ein User sie meldet. Daher ist es wichtig, dass Sie gehässige oder diskriminierende Posts melden. Dies geschieht völlig anonym. Nach erfolgter Meldung entscheiden Facebook und Twitter dann, ob sie die Posts aus dem Netz nehmen oder unter Umständen auch vorübergehend oder endgültig das ganze Profil sperren. 

Den Seitenbetreiber oder Moderator um Löschung des Posts bitten

Die meisten Internetforen, so auch die Facebook-Seiten von Zeitungen, haben einen Moderator, der die Inhalte prüft. Der Seitenbetreiber haftet nämlich für den Inhalt der Posts und auch der Kommentare auf dieser Seite. Der Moderator kann daher Posts aus dem Netz nehmen und User warnen oder aus dem Forum aussperren.

Haben Sie etwas Gehässiges oder Diskriminierendes gelesen? Dann melden Sie es dem Moderator und bitten Sie ihn, die betreffenden Posts zu löschen. Folgt keine Reaktion auf Ihre Bitte? Dann melden Sie den Post bei Unia. Unia kann eingreifen und vermitteln, wenn es um rechtlich strafbare Äußerungen geht. 

Auf die Hassbotschaft reagieren

Auch wenn Sie nicht persönlich Opfer einer Hassbotschaft sind, können Sie etwas unternehmen. Machen Sie deutlich, dass Sie nicht mit dem Post oder Status-Update einverstanden sind. Die folgenden Tipps können dabei eine Hilfe sein:

  1. Greifen Sie nicht den Verfasser an, sondern den Inhalt seiner Äußerung.
  2. Widerlegen Sie Unwahrheiten möglichst anhand von Fakten. Verweisen Sie auf verlässliche Quellen.
  3. Machen Sie deutlich, dass der strittige Inhalt falsch und Ihnen zuwider ist, doch lassen Sie sich nicht auf sinnlose Wortgefechte ein (nein, wohl, doch ...), schon gar nicht auf Schlammschlachten und Beleidigungen.
  4. Seien Sie sich dessen bewusst, dass manche Posts absichtlich in alle Welt gesendet werden, um zu provozieren. Lassen Sie sich nicht zu emotionalen Hasstiraden verleiten, sondern belassen Sie es bei einem sachlichen Statement.

Reagieren Sie so, dass Sie sich dabei (und auch hinterher) wohlfühlen. Wenn Sie lieber nicht direkt auf eine Hassbotschaft reagieren, können Sie auch selbst auf Facebook oder Twitter eine positive oder nuanciertere Einschätzung zu dem betreffenden Thema oder der angegriffenen Personengruppe posten. So gehen Sie ganz subtil gegen die Hassbotschaften vor. 

Bei Unia melden

Diskriminierende Botschaften können Sie auch bei Unia melden. Benutzen Sie hierzu unser Meldeformular. Wir empfehlen Ihnen, uns jeweils den Link und einen Screenshot von dem Post zu senden. 

Wir prüfen dann, ob die Äußerungen gegen die Gesetzesauflagen für freie Meinungsäußerungen verstoßen. Wird tatsächlich zu Diskriminierung, Hass oder Gewalt aufgestachelt, so handelt es sich um juristisch strafbare Äußerungen. In diesem Fall kann Unia weitere Schritte unternehmen. Lesen Sie hier mehr dazu.