Unia zufrieden nach Verurteilung wegen Vandalismus im jüdischen Viertel

25 Juni 2018
Handlungsfelder:
Diskriminierungsgrund: Racism

Unia ist zufrieden, dass der Mann, der das jüdische Viertel heimsuchte, vom Strafgericht in Antwerpen verurteilt wurde. Nach Ansicht von Unia war eindeutig Hass das Motiv für sein Handeln. Daher trat Unia als Nebenklägerin im Verfahren auf. Unia teilt mit, dass es regelmäßig Beschwerden über Antisemitismus oder Genozidleugnung untersuchen muss.

Unia zufrieden nach Verurteilung wegen Vandalismus im jüdischen Viertel

„Für uns lag eindeutig Hass als Beweggrund vor. Der Mann hatte es speziell auf Juden und ihren Glauben abgesehen. Durch seine Zerstörungsaktionen machte er sich der Bedrohung der jüdischen Gemeinschaft schuldig. Außerdem war sein Vandalismus für uns ein deutlicher Beweis dafür, dass er zu Hass oder Gewalt gegenüber jener jüdischen Gemeinschaft aufrief. Das Gericht schloss sich dieser Argumentation an“, erklärt Unia-Direktorin Els Keytsman.

56 Tatbestände gemeldet                                                                                         

Auch 2017 wurden Unia antisemitische und genozidleugnende Vorfälle gemeldet. „Insgesamt haben wir 56 Tatbestände erfasst. Dabei handelt es sich vor allem um Beschimpfungen und Drohungen. Viermal mussten wir uns um Menschen kümmern, die aufgrund ihrer jüdischen Identität Opfer von Gewalt geworden waren“, erklärt Keytsman. „Ferner ist Unia Nebenkläger in einem Verfahren, das in diesem Jahr eröffnet wird: dem tödlichen Anschlag auf das Jüdische Museum am 24. Mai 2014.“

Der Mann wurde zu einer Haftstrafe von achtzehn Monaten, davon acht Monate auf Bewährung, und einer Geldstrafe von 1.600 Euro auf Bewährung verurteilt. „Es bringt durchaus etwas, Hassreaktionen zu melden. Das wird durch dieses Urteil deutlich.“

Vergleichbare Artikel

6 Dezember 2017

Unia reagiert auf den Diskriminierungsbericht der EU-Agentur für Grundrechte (FRA)

Von den Betroffenen mit nordafrikanischem oder türkischem Hintergrund, die nach eigener Aussage im vorigen Jahr in Belgien diskriminiert wurden, antworteten 20 Prozent, dass dies bei der Arbeitssuche geschah. Auffallend ist, dass der europäische Schnitt bei 12 Prozent liegt. So steht es im Zweiten EU-MIDIS-Bericht der EU-Agentur für Grundrechte (Fundamental Rights Agency, kurz FRA).

12 Juni 2018

Mehr Fälle von Diskriminierung im Bereich Arbeit bei Unia im Jahr 2017

Im letzten Jahr bearbeitete Unia insgesamt 2.017 Fälle von Situationen, in denen sich Personen diskriminiert fühlten. Das ist ein Anstieg von 6 Prozent gegenüber 2016 (1.097 Fälle). Die meisten Fälle bezogen sich auf Diskriminierung im Bereich Arbeit. Dieser Trend zeigt, dass sich der Arbeitsmarkt zu oft auf traditionelle Profile fokussiert und so das Ungleichgewicht in der Gesellschaft vervielfacht. 

27 Januar 2018

Antisemitismus nach wie vor leidige Realität, vor allem im Internet

Heute vor 73 Jahren wurden die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz befreit. Der Antisemitismus jedoch ist immer noch nicht überwunden. 2016 gingen bei Unia sage und schreibe 109 Meldungen wegen antisemitischer Tatbestände ein, mehr als doppelt so viele wie 2015. Der Fokus hat sich allerdings verschoben. Während die Zahl der verbalen Aggressionen zurückging, stieg die Zahl der antisemitischen Äußerungen im Internet weiter an.